Es hat länger gedauert, aber hier nun ein kurzer Bericht nach dem Test der BeSea-Wings von Poseidon:
Ende September stellte Poseidon in Kiel uns zwei komplette BeSea Advanced Harness, inkl. Blase für einen Test zur Verfügung. Eines mit der W50 und eines mit der größeren W100 Blase. Beide Jackets waren zusätzlich mit Taschen für integriertes Blei und Schrittgurten ausgestattet und konnten somit unter realen Bedingungen getestet werden.
Modularer Aufbau
Die zur Verfügung gestellten Systeme stellten sich aus mehreren Komponenten zusammen, die i.d.R. bei Poseidon einzeln verfügbar und verschiedentlich kombiniert werden können.
Da ist zum einem das BeSea Harness Advanced, das sog. Moduljacket. Speziell für das tragen schwerer Lasten entwickelt, bietet es ein außergewöhnlich hohes Tragekomfort und ist über das 40cc-System mit diversen Komponenten, Taschen und D-Ringen flexibel erweiterbar. Zudem ist die Länge der Rückenpartie individuell dem jeweiligen Bedürfnissen anpassbar. Das Material macht einen sehr robusten Eindruck und wurde sehr hochwertig verarbeitet. Die Backplate ist standardmäßig aus Kunststoff und verfügt über zwei Bänder für die Montage von Einzelflaschen, sowie entsprechende Bohrungen für die Montage von Doppelsystemen. Alternativ kann auch ein Quick-Snap-System montiert werden.
Die zweite wichtige Komponente ist natürlich die Blase. Uns lagen zwei der drei verfügbaren Varianten vor. Die W100-Blase ist mit Notablassventilen (rechts und links, jeweils unten) und einem Inflator aus rosfreiem Stahl ausgestattet. Anders als bei der W50-Blase, verfügt der Inflator über keinem Notablass (vermutlich um DIR-Konform zu sein). Die dritte Blase ist die D100 die sich dadurch unterscheidet, dass sie über zwei unabhängige Blasen verfügt.
Die W100-Blase hat einen maximalen Auftrieb im Wasser von 32Kg und eine Hebefähigkeit von 353Nm laut Hersteller.
Als Zubehör hatten wir je zwei Bleitaschen an den Bauchgurten. Diese verfügen über ein Notabwurfmechanismus und lassen sich Dank des 40cc-Systems frei am Gurt positionieren. Die Taschen fassen jeweils maximal 6 Kg, wobei ich nicht mehr als 5 Kg unterbringen konnte.
Viel Licht wenig Schatten
Sowohl das W50- als auch das W100-System bieten eine hervorragende Schwimmlage und einen unglaublich hohen Tragekomfort. Unter Wasser hatte ich öfters das Gefühl komplett ohne Jacket zu tauchen. Die hohe Verarbeitungsqualität muss nicht weiter kommentiert werden und die Erweiterungs- und Anpassungsmöglichkeiten erlauben eine sehr individuelle Konfiguration.
Weniger gut gefiel, dass die Standardrückenplatte aus Kunststoff ist. Poseidon bewirbt diese zwar als äußerst robust, bei eBay habe ich aber schon Angebote gesehen, bei denen die Rückenplatte gebrochen war. Eine Stahlrückenplatte ist verfügbar und sollte in Erwägung gezogen werden.
Eine andere weniger schöne Sache ist der Schwimmwiderstand bei Strömung. Sicherlich lässt es sich nicht vermeiden, dass ein Wing mit einem so hohen Auftrieb auch einen gewissen Widerstand hervorruft. Die Blase ist zwar mit einem sog. ClamRetract ausgestattet, der die Blase so kompakt wie möglich halten soll. Dennoch spürt man den Widerstand gerade bei Strömungen sehr deutlich.
Vielen Dank an Poseidon in Kiel und an die Tauchbasis bei Hemmoor für die freundliche Unterstützung.
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