Es ist schon ein paar Tage her, seitdem ich das letzte mal was über Tauchausrüstungen geschrieben habe. Nach einem etwas aufwendigeren Tauchgang vor ein paar Wochen habe ich aber das Bedürfnis etwas los zu werden: Nicht alles was sich Wreck Reel schimpft verdient auch den Namen. Bei dem einen oder anderen Teil könnte man sehr schnell selber zum Wrack werden, sollte man sich darauf verlassen!
Sog. Wreck Reel
Abgebildet ist ein Reel, welches beim ersten Tauchgang sich sofort verheddert hat (nachdem ich ca. 50cm abgewickelt hatte). Beim zweiten Versuch klappte das Abwickeln besser. Leider lies sich die Leine nicht mehr aufwickeln. Das Ganze geschah leider nicht in einer angenehmen Schwimmbadumgebung, sondern bei 34m Tiefe und 1,5m Sichtweite an einem Stahlwrack (Kompass hilft hier auch nicht mehr). Beide Tauchgänge konnten problemlos beendet werden, da wir noch ein zweites Reel dabei hatten und in beiden Fällen angebracht hatten. Beim abgebildeten Reel “rutscht” die Leine zwischen Rolle und Griff. Danach ist ein Auf- oder Abwickeln nicht mehr möglich. Eine Lösung des Problems unter Wasser und mit Handschuhen ist nicht möglich und bei einer Nullzeit von ca. 10min auch nicht empfehlenswert.
Ich habe in der Zwischenzeit ein anderes Reel gekauft. Das, welches wir als Backup dabei hatten:
BUDDY Pocket Reel
Das BUDDY Pocket Reel von AP Valves hat ein geschlossenes Gehäuse und bedingt durch die Bauart ist ein Verheddern der Leine nicht möglich. Die Kosten sind in etwa vergleichbar (ca. 40 Eur). Allerdings kommen evtl. Versandkosten hinzu. Ich habe meins bei AP Valves direkt in UK bestellt. Einen Händler in Deutschland habe ich auf die Schnelle nicht gefunden.
Gut, dass Frau Müller so schicke Ideen hat und diese sogleich in die Tat umsetzt und auch noch spontan die Tickets besorgt. Sonst wär das Jan-Delay-Konzert diese Woche auf der Hamburger Trabrennbahn völlig an mir vorbei gegangen. Und was hätte ich verpasst!
Frau Müller macht das klar!
Es war eine Art Abschiedskonzert – zumindest von der Funk-, Soul- und Disko-Geschichte. Und entsprechend haben alle 15.000 Zuschauer das gefeiert. Wir haben getanzt, gewedelt, gegrölt, sind gehüpft und haben uns des Lebens gefreut. Eine glatte 1 für das Konzert.
Auch wenn Udo Lindenberg lieber Urlaub in Norwegen gemacht hat, konnten sich die anderen Gäste sehen lassen: Dendemann, Samy Deluxe, Deichkind, Denyo und (Achtung, festhalten!) HP Baxxter von Scooter hatten sich fein gemacht und sind mit uns auf den Diskoexpress Richtung Endstation gefahren. Da wollte ich mal nicht so sein und habe sogar zu “Wicked” gegroovt. Am Ende ist ja sowieso alles Disko. Hauptsache, die Hüfte schwingt.
Auch wenn man's nicht sieht: der steht echt auf der Bühne
Jan Delay war extragut drauf und der Sound viel satter als ich das von den Livemitschnitten von Disko No. 1 so kannte. Die Disko No. 1 hat sich mächtig ins Zeug gelegt, das gerne mal zurückhaltende Hamburger Publikum gut zu unterhalten. Aber beim letzten Heimspiel in der Form blieb kein Zuschauer cool. Besonders schön ist das, wenn 15.000 Fans Saturday-Night-Fever-Gruppentanz machen. Das geht.
Frau Müller und ich hatten einen wunderbaren Abend und sind ganz beschwingt nach Hause gewackelt, glücklich, dabei gewesen zu sein. Wir machen das klar!
Jamiroquai war nach tausend Jahren mal wieder live in Hamburg. Eins gleich vorweg: Ich fand das Konzert sehr schön. Aber vielleicht traut man sich bei den heutigen Eintrittspreisen auch schon gar nicht mehr, ein Konzert schlecht zu finden. Für das Geld, was man bezahlt hat, erwartet man eine geile Show.
Melli bei Jamiroquai
Das Römschen, der Doc und ich sind also zum Auftritt des Space Cowboys in die Arena gepilgert. Schnell mal die Minuspunkte durchgemeckert: schlechter Sound. Das Schlagzeug war matschig und die Mitten fehlten irgendwie. Eine Zugabe ist ein bisschen dürftig, oder? Außerdem wirkt Jay Kay längst nicht mehr so leichtfüßig wie auf dem ersten Konzert, das ich von ihm gesehen habe. 1994 im Freibad (!) Münster-Hiltrup. Marc P. und ich lagen im Gras und verkosteten diverse Biere und Schwimmbadpommes, dazu spielte Jamiroquai lässigen Space-Funk. Lang lang ist’s her.
Gestern Abend hatte ich ein bisschen das Gefühl, Jay Kay muss sich anstrengen. Das sah zwar noch gut aus, aber lockerleicht und lässig geht anders. Wir werden alle älter. Das ist ja auch irgendwie beruhigend.
Aber viel getanzt haben wir trotzdem, denn darum ging es ja vor allem. Und deshalb war das Konzert insgesamt dann doch richtig gut. Einen kleinen Beweis gibt’s an dieser Stelle, damit auch Romys Christian einen Eindruck gewinnt.
Ein bisschen Kultur am Sonntag kann ja nicht schaden, haben wir (der Doc, Besuch Romy und ich) uns gedacht. Damit das ganze nicht zu schwer wird, zieht es uns in die Deichtorhallen in eine Fotoausstellung zum Thema “Traummänner”. Da kennen wir uns aus, da macht uns niemand was vor, das ist UNSER Thema! Dem ersten Exemplar der Gattung Traummann begegnen wir gleich am Anfang auf der Einfahrt zum Parkplatz. Die Schranke ist kaputt und der Kassenmensch schraubt in gebückter Haltung am Sicherungskasten rum. Ein 1A-Maurerdekolletee leuchtet uns an und stimmt auf weitere Traummänner ein. In der Ausstellung sind wir uns schnell einig: sehr schöne Fotos, in der Hauptsache Porträts mit tollen Typen, handwerklich sehr schön gemacht, viele mit großer Wirkung. Romy und ich einigen uns auf Vincent Cassel und Gerard Butler, Jonathan Rhys-Meyers und naja Clooney (nicht originell, aber eben ein All-Time-Favorite). Außerdem hoch im Kurs stehen bei ihr Benno Fürmann und bei mir Michael Stipe. Sehr schöne Bilder.
Was noch so hängen geblieben ist: Daniel Day-Lewis altert nicht, Johnny Depp und Tim Burton sehen aus, als hätten sie viel Spaß an dem, was sie tun, Sir Ian McKellen sieht immer gut gestylt aus, selbst in DocMarten’s, und Vincent Cassel schaut teuflisch (gut aus). Das Publikum bestand zu gefühlten 90 % aus Frauen. Das wundert wohl nicht.
Der letze Eintrag kam aus dem Schnee bei 26 Grad minus. Die hatten wir jetzt auch, allerdings im Plusbereich. Für alle, die auf eine Postkarte gehofft hatten, gibt’s diese online:
Melli - schön austariert
Auch wenn Ägypten in den vergangenen 11 Monaten so einiges versucht hat, uns fernzuhalten (Aschewolke, Demonstrationen in Kairo), haben wir es nun doch geschafft und eine Woche Tauchurlaub in El Quesir gemacht. Dafür haben sich die Delphine hartnäckig versteckt gehalten. Aber beim nächsten Mal werden wir auch die filmen. Wir geben nicht auf!